Oktober 2014

shahinMiau, an diesen sonnigen Oktobertagen will ich mal schnell an den Schreibtisch huschen, um Ihnen wieder Einiges aus unserer Praxis zu berichten. Dann lege ich mich aber wieder gemütlich auf die Gartenbank und lasse mich von der Sonne wärmen – diese schönen warmen Tage will ich genießen, bevor der kalte Winter kommt. In meinem Alter – ich habe nun auch schon 16 Katzenjahre auf dem Buckel – hat man es ja lieber warm.

Im letzten Newsletter habe ich ja schon auf den Welttierschutztag am 4. Oktober hingewiesen. Ich möchte aber noch etwas hinzufügen. Einerseits ist es so, dass der große Fleischkonsum zu immer größeren Ställen führt und die Tiere nicht mehr artgerecht gehalten werden können, sie sind für die Fleischindustrie nichts anderes als Konsumgüter, die produziert werden, um am Konsum zu verdienen.

Das ist das Hauptinteresse. Damit die Produktion läuft und der Gewinn groß ist, darf es keine Ausfälle geben – das „Band“ darf nicht still stehen!

Das bedeutet Produktion von Fleischmasse in kürzester Zeit ohne Verluste!

Andererseits müssen die Tiere so schnell wie möglich wachsen – dass dies mit qualvollem Leid für die Tiere verbunden ist, weiß heutzutage jeder –dass Umweltschäden sehr großen Ausmaßes verursacht werden, muß ich auch nicht extra erwähnen, aber denkt Ihr Menschen auch daran, dass es auch gefährliche Folgen für die Gesundheit hat?

25 000 Menschen sterben jetzt schon Jahr für Jahr in der EU, weil viele Krankheitserreger resistent gegen die gängigen Antibiotika sind. Die Resistenzen bilden sich in den Aufzuchtanlagen, wo tausende – bei Hühnern zehntausende – von Tieren zusammengepfercht sind – am ehesten aus. Hier finden die Erreger ideale Entfaltungsbedingungen. Aus Angst vor Erkrankungen des „lebenden Fleisches“ (so hießen Tiere in der Fleischindustrie) werden die Tiere vorsorglich mit Antibiotika versorgt.

Nur ein Beispiel: Eine Untersuchung in nordrheinwestfälischen Hähnchen-Mastställen ergab, dass 92% der Tiere in ihren wenigen Lebenswochen acht verschiedene Antibiotika erhielten, in der Regel nicht lang genug, da eine längere Gabe der Industrie zu teuer ist – es wird an jedem Cent gespart. Je größer der Betrieb, umso exzessiver ist der Einsatz der Medikamente.

Eine Studie des Robert Koch Institutes ergab: 86 % der Landwirte und Tierärzte, die direkten Kontakt zu den keimbelasteten Tieren haben, sind selbst von diesen Erregern besiedelt (Multiresistente Keime). Die Erreger werden aber nicht nur direkt übertragen vom Tier auf den Menschen, nein – auch von den Produkten selbst gelangen sie auf den Abendbrottisch oder in die Mensa der Betriebe, Schulen oder Kindergärten. Eine Analyse in 13 deutschen Städten ergab, dass auf einem Viertel aller Mettprodukte und in 6 von 9 Putenprodukten resistente Keime waren.

Und sie werden zusätzlich noch verbreitet über die Gülle, den Dünger oder die Abluft, die aus den Ställen kommt.

Und die Forschung? Heute forschen nur noch weltweit 5 große Pharmakonzerne nach neuen lebensrettenden Antibiotika, 1990 waren es noch 18 Konzerne. Die Forschung ist zu teuer, es kostet hunderte Millionen Euro, um ein neues Antibiotika zu entwickeln und neue Resistenzen bilden sich zu schnell aus – ein schlechtes Geschäft für die Pharmaindustrie.

Darüber habe ich beim Dösen in der Sonne nachgedacht.

Es ließe sich vieles ändern, weniger Fleisch – weniger Keime in der Produktion – weniger Umweltzerstörung– und hier denke ich auch an meine Tiergenossen in den Ställen – weniger Tierqual in der Haltung – -und als Vorteil mehr Gesundheit in der Zukunft!

Ich auf jeden Fall bin froh, als Katze auf die Welt gekommen zu sein. Und froh sind auch all die Tiere, die zu meinen Frauchen in die Praxis kommen, sie werden geliebt und gepflegt und umsorgt – welch ein Glück!!

Davon erzähle ich Ihnen jetzt – das macht mich viel glücklicher. Erst berichte ich mal von meinen Katzenfreunden, die von Dr. Rummel behandelt werden!

Als erstes Stelle ich Ihnen „Mia“ vor, die 12-jährigeFrau Katze von Günther, die sehr schlimm an Pankreatitis (pdf) erkrankt ist, nach einer Woche täglicher Behandlung geht es ihr schon besser. Ich hoffe, dass Mia es so gut schafft wie ich – ich habe schon zwei Pankreatitisschübe gut gepackt! Ich drücke ihr ganz fest meine Samtpfötchen.
Auch „Kimba“, die 10-jährige Katze von Frau Kaifel, wird heißgeliebt. Sie kam zum alljährlichen Seniorcheck, da sie nun langsam in die „ Jahre „ kommt. Zum Glück waren alle Werte im grünen Bereich!

(Beide Katzen auf dem Arm von Sara)

 

Noch eine bildschöne Glückskatze – so werden nämlich die dreifarbigen Katzen genannt!

„Fräulein Katze“ von Frau Pfützner hatte eine Entzündung an der Hinterpfote, die mithilfe von – zum Glück! – wirkungsvollem Antibiotika schnell abheilte.


So – und nun komme ich zu meinen bellenden Kumpels. Da nenne ich als erstes mal die flotte Emily, die zur Sorge von ihrem Frauchen nun nicht mehr so flott läuft und immer wieder lahmt. Da ihr Bruder Anton 2011 von Dr. Rogalla erfolgreich mit der Goldakupunktur behandelt wurde, ist Anton überzeugt, dass auch seine Schwester mit der Goldakupunktur besser laufen wird. Dr. Rogalla hat sie untersucht und sie für geeignet für den Eingriff gehalten, ein Termin zur Narkose (siehe auch: mein Tier muss operiert werden) ist schon vereinbart.

Emily freut sich schon auf das hoffentlich bald schmerzfreie Ballspielen mit ihrem Gefährten Anton. Nach der Untersuchung sitzen die zwei sehr zufrieden in ihrem Auto.

Das Wartezimmer war voll, als Frau Graber aus dem Wiesbadener Raum mit ihrem Rudel eintraf, zwei von den fünf Großen hatten chronische Lahmheitsprobleme.
Der Rottweiler-Mix „Dicker“ hatte in den letzten Monaten ein dickes Sprunggelenk entwickelt und wurde geröngt, um Knochenkrebs auszuschließen. Unsere großwüchsigen Hunde entwickeln leider häufig Osteosarkome an den Gelenken – zum Glück hatte Dicker nur eine schmerzhafte Gelenkschwellung aufgrund von Arthrose.

Die 9-jhrige Hündin Lesley wurde im Alter von 3 Jahren an der Schulter (OCD) operiert, jetzt zeigte sie eine sehr schmerzhafte Lahmheit, die Dr. Rogalla sofort behandelt hat mit einer Gelenkinjektion. Beim Verlasen der Praxis lief die Hündin schon schmerzfreier.

Vula mit Freund und Jessica, die gerade ihre Ausbildung bei uns begonnen hat

„Vula“, die Hündin von Frau Balders aus Köln, erhielt vor einem Monat eine Goldakupunktur von Dr. Rogalla und kam zur Nachkontrolle. Als junger Straßenhund in Griechenland hatte sie eine unbehandelte Fraktur im Oberschenkel erlitten, dieser Bruch ist schief verwachsen und bereitete ihr immer wieder Schmerzen. Mit der Goldakupunktur geht es ihr viel besser, ihr Frauchen ist auf jeden Fall sehr zufrieden und begeistert!

 

Emma, Die Hündin von Frau Stechno, war recht delikat beim Fotografieren, sie wünschte nur ein seitliches Portraitfoto, jede andere Position verweigerte sie durch Zappeln. Emma kam in die Praxis mit einer sehr schmerzhaften Kolik, sie wollte sich gar nicht mehr regen und lag nur noch auf der Seite und stöhnte – Ihr Frauchen war sehr besorgt – doch nach einer Injektion direkt ins Blut hörten die Krämpfe sofort auf und Emma war wieder ganz Boxer- zum wilden Spiel und Scherzen wieder gut aufgelegt, wie auf dem Foto ersichtlichkann sie wieder lachen.

Nach all den großen Tieren, will Ich Ihnen jetzt noch zwei kleine Racker vorstellen und zwar „Hardy und Anton“ von Frau Kauffeld, das Teddymeerschwein Hardy kam zur Blutentnahme, seine Schilddrüsenwerte mussten überprüft werden! Ich bewundere immer mein Frauchen, wenn sie aus diesen Minivenen Blut entnimmt – doch auch diesmal hat es sehr gut geklappt. Anton kam zur Unterstützung mit, denn Meerschweinchen sind ungern allein.

Ich denke, nun habe ich genug aus der Praxis geplaudert, ich ziehe mich zu einem kleinen Nickerchen zurück und wünsche Ihnen allen einen wunderschönen goldenen Oktober.

Ciao
Ihr Shahin