Achtung Zecken – Überträger von Borreliose und FSME und Anaplasmose

Der Frühling naht und damit werden die Zecken als gefährliche Krankheitsüberträger für Mensch und Tier wieder aktiv.
Im Gegensatz zum Flohbefall, der bei uns ganzjährig erfolgt, kommt es zum Zeckenbefall hauptsächlich von März bis Juni und dann wieder von September bis Oktober, weil die Zecken abhängig sind von einer feuchten Umgebungstemperatur von 17 – 25°.
In den ganz trockenen, heißen Monaten sind sie weniger aktiv, in der Regel nur am frühen Vormittag und am frühen Abend. Deswegen sind diese Zeiten für Spaziergänge in gefährdeten Gebieten zu vermeiden.
Mit dem Klimawandel ist das Zeckenproblem größer geworden, in wärmeren Wintern sind sie inzwischen sogar ganzjährig zu finden.

Zecken leben je nach Entwicklungsstufe in unterschiedlichen Höhen im Gras oder Gestrüpp der Wälder oder Parkanlagen.

ZeckenSie entwickeln sich aus den Eiern, welche die vollgesogenen Zeckenweibchen zu Hunderten ablegen
(das Gelege einer Zecke umfasst ungefähr 3000 Eier!) über ein Larven- und Nymphenstadium zur adulten Zecke.
In jedem Stadium wird Blut gesaugt. Die Entwicklung kann sehr schnell in wenigen Wochen oder auch langsam bis zu 3 Jahren erfolgen. Das ist abhängig davon, ob die Zecke einen geeigneten Wirt zum Blutsaugen findet.

Zecken sind sehr gefährliche Krankheitsüberträger.
Hauptüberträger ist der gemeine Holzbock (ixodes ricinus), den es bei uns in Europa am häufigsten gibt.


 

Es werden drei verschiedene Infektionskrankheiten durch diese Zeckenart übertragen.

  1. Am längsten bekannt ist die FSME
    (Frühsommermeningoenzephalitis)
    , die übertragen wird durch Viren, die sich im Speichel der Zecke befinden.
  2. Am weitesten verbreitet ist allerdings die Borreliose
    (Lyme – Desease)
    . In Deutschland erkranken pro Jahr 60.000 -100.000 Menschen neu. Die Borrelien (spiralförmige Bakterien) werden ebenfalls beim Saugakt der Zecke mit ihrem Speichel übertragen. Sie leben im Darm der Zecke.
  3. Erst in jüngster Zeit entdeckt wurde, dass die Anaplasmose
    (Ehrlichiose) auch von dieser Zeckenart übertragen wird.
    Der Erreger ist die Rickettsie Anaplasma phagozytophilia.
    8 -20 Tage nach dem Zeckenbiß treten die ersten Symptome auf. Wird die Krankheit bei Ausbruch nicht sofort behandelt, kann sie zum Tod führen.

FSME (Gehirnhautentzündung)

tritt nur in bestimmten Gebieten Deutschlands auf. Nur für Menschen gibt es zur Vorbeugung gegen diese Art der Zeckenkrankheit eine Schutzimpfung, Ihren Liebling können Sie aber durch Zeckenprophylaxe schützen. Symptome sind neurologische Störungen wie Verhaltensänderungen, Aggressionen oder Anfälle.

Borrelliose

  • Beim Menschen tritt nach dem Biß einer infizierten Zecke eine Hautrötung / Wanderröte auf, dieses Symptom ist eindeutig und beweisend für eine Infektion.
  • Beim Hund ist das nicht der Fall und die Erkrankung geht einher mit unspezifischen Symptomen wie gestörtes Allgemeinbefinden, Appetitlosigkeit, Fieber.
  • Gelenkentzündungen mit wechselnden Lahmheiten zeigen sich häufig.
  • Später treten schwerwiegebde Schäden am Nervensystem, Herz oder Nieren auf
  • Problematisch ist, dass sich die Krankheit erst nach Monaten entwickelt, so dass der Zusammenhang zwischen Zeckenbiß und Symptom oft vergessen ist.
  • Die Borreliose ist sehr schwierig zu diagnostizieren. Die Diagnose erfolgt über Bluttests und / oder Untersuchungen von Gelenkflüssigkeit und Rückenmarksliquor. Je frühzeitiger die Borrelliose erkannt ist, umso wirkungsvoller lässt sie sich mit Antibiotika bekämpfen.
  • Insofern sollten Sie bei unspezifischen Lahmheiten nicht zögern, Ihren Hund in unserer Praxis vorzustellen.
  • Für den Hund gibt es eine wirkungsvolle Schutzimpfung gegen Borreliose.

Anaplasmose (Ehrlichiose)

Der Erreger gelangt mit dem Speichel ins Blut und zerstört die weißen Blutkörperchen, zusätzlich befällt er Lymphknoten, Milz und Leber, von dort aus kann er auch andere Organe befallen. Klinisch zeigen sich dicke Lymphknoten, hohes Fieber, Veränderungen im Blutbild. Mit einer strikten Behandlung mit Antibiotika lassen sich die Erregen abtöten.

Wie schütze ich mein Tier vor Zecken?

  1. Borreliose -Impfung:
    Seit vielen Jahren wird eine vorbeugende Impfung beim Hund angewandt. Es ist gelungen, einen Impfstoff zu entwickeln, der zu 80 – 90 % gegen die bei uns wichtigen Borrelienstämme schützt. Durch die Impfung werden Antikörper im Blut des Hundes gebildet, die die Borrelien daran hindern aus dem Darm der Zecke, indem sie wohnen, in den Speichel der Zecke hochzuwandern. So können sie beim Biß nicht in das Blut des Hundes wandern.
    Die Antikörper bauen sich jedoch mit der Zeit ab, sodass es wichtig ist die Impfung regelmäßig zu wiederholen.Schema der Borrelien – Impfung:

    Grundimmunisierung: zweimalige Impfung
    ab 12. Lebenswoche und 2-3 Wochen später
    1. Wiederholungsimpfung: 6 Monate nach der Grundimmunisierung
    2. Wiederholungsimpfung: 6 Monate nach der ersten Wiederholungsimpfung
    3. Jährliche Wiederholungsimpfungen
  2. Spot-on-Präparate:
    Die Mittel, die hierfür auf dem Markt sind, haben sich bewährt und sind für das Tier gut verträglich. Wir empfehlen spot- on – Präparate, wenige Tropfen einer Lösung werden auf die Haut aufgetragen, innerhalb eines Tages dringt der Wirkstoff in die tieferen Schichten ein und wirkt dort bis zu 4 Wochen. Sie können Ihren Liebling weiterhin unbedenklich streicheln und auch ein Regenguß oder gelegentliches Bad hebt die Wirkung nicht auf. Diese Präparate haben eine abschreckende Wirkung und Zecken, die sich trotzdem verbeißen, sterben ab innerhalb der ersten 24-48 Stunden ab.Es ist ratsam, diese Präparate in der Praxis zu erwerben, denn schließlich haben wir TierärztInnen die besten Erfahrungen, welche neuen Mittel unbedenklich eingesetzt werden können.Der sicherste Weg zum Schutz unserer lieben Vierbeiner ist daher die Borreliose Schutzimpfung verbunden mit einer guten regelmäßigen Zeckenprophylaxe vor der Zeckensaison.
    Auch Katzen benötigen eine Zeckenprophylaxe.

Siehe auch Artikel
Borreliose Schutz-Impfung