Es ist nicht selten, das unsere kleinen Lieblinge Bissverletzungen erleiden. Bei den Hunden wird es immer bemerkt- ein mehr oder weniger heftiges Gerangel oder gar ein Kampf geht der Verletzung voraus.
Bei der Katze bemerkt man die Verletzungen nicht immer sofort. Die kleinen Zähne machen nur kleine Löcher, die sich sehr schnell wieder schließen.
Doch das Drama spielt sich unter der Haut ab. Bakterien sind über den Biss in die Tiefe eingedrungen und finden hier ihr ideales Milieu vor: es ist feucht und warm und hier können sie sich rapid vermehren und rufen starke Entzündungen hervor.
Ein kleiner Katzenbiß (auch von Ratte oder Maus) in die Pfote kann sich innerhalb von 1 bis 2 Tagen in eine Phlegmone verwandeln, das heißt, das gesamte Bein ist bis in die Tiefe entzündet und schwillt an. Die Tiere bekommen über 40° Fieber, werden lethargisch und belasten das Bein nicht mehr. Unbehandelt kann es bis zur Sepsis (Blutvergiftung) führen, an der Ihr kleiner Liebling auch sterben kann.
Besonders gefährlich sind jene Bakterien, die sich unter Luftabschluß vermehren = Anärobier. Sie lösen den lebensgefährlichen Wundbrand aus. Luftabschluß ist immer dann gegeben, wenn sich die Wunden schließen. Da die Löcher durch die Eckzähne sehr klein sind (insbes. bei Katzenbissen) passiert das sehr schnell.
Doch auch Quetschwunden können sehr gefährlich werden. Diese finden wir sehr häufig bei Hunden, die sich bei einem Gerangel heftig durchschütteln. Das unter der Haut liegende Fettgewebe wird so heftig gequetscht, dass die feine Butversorgung zerstört wird und das Gewebe abstirbt. Die toten Zellen führen zu einer starken, sehr schmerzhaften Entzündung, suppiges Entzündungsexsudat entsteht, das die darüberliegende Haut absterben lässt und nach außen durchbricht – so wie es bei Bella der Fall war.
Sind die Verletzungen heftig – es blutet stark und es ist ein großes Loch entstanden – ist die Entscheidung, Ihren Hund in der Praxis vorzustellen, klar – doch bei kleineren Verletzungen wird häufig gedacht, das man auf den tierärztlichen Besuch verzichten kann.
Doch das ist grundsätzlich falsch.
So wie beim Menschen jede Bissverletzung antibiotisch versorgt werden muss, so ist es beim Tier auch unbedingt erforderlich.
Auch die kleinste Bissverletzung kann große Folgen haben.
Diese zeigen sich oft erst Tage später. Hat sich die Entzündung erst ausgebreitet oder fistelt sie in die Tiefe, sind oft Operationen nötig.
So ist es immer besser, eine Verletzung tierärztlich untersuchen zu lassen.
Nur so sind Sie sicher, dass eine fachlich korrekte Versorgung erfolgt und Sie ersparen Ihrem Liebling viele unnötige Schmerzen.
Wir können die Keime untersuchen, ein Antibiogramm erstellen und somit gleich das wirksame Antibiotika einsetzen. Natürlich erhält Ihr Tier auch immer ein Schmerzmittel. Richtig behandelt, heilt eine Bissverletzung in der Regel schnell und ohne Komplikationen ab.
Siehe auch: Fall des Monats Februar 2008: Bissverletzung beim Hund