Kastration der Katze

Katzen sind äußerst fruchtbare Tiere, die sich gerne decken lassen.
Es wurde ausgerechnet, dass eine einzige Katze, mitgezählt Enkel Urenkel, Ur – Urenkel, innerhalb von nur 5 Jahren 13.000 Nachkommen hätte.
Je nach Rasse sind sie schon in einem Alter von 5 – 9 Monaten geschlechtsreif, Abessiner, Siamkatzen, Heilige Birma sind oft frühreif und könnten schon mit 5 -6 Monaten Junge bekommen, die gemütlichen Perser sind mit 7 – 8 Monaten dagegen regelrechte Spätzünder.
Die Geschlechtsreife zeigt sich in der „Rolligkeit“ oder „Raunze“.
Die Kätzinnen sind in dieser Zeit extrem unruhig, rollen und wälzen sich herum, schreien, markieren sogar häufig mit Urin ihr Revier (auch das Sofa im Wohnzimmer kann dazugehören) und entpuppen sich als die reinsten „Nervensägen“.
In der Natur sind die Katzen saisonal polyöstrisch, d.h. sie werden im Frühjahr und Sommer mehrmals (= poly) paarungswillig. Die Rolligkeit kehrt alle 15 – 28 Tage wieder bis die Kätzinnen vom Kater gedeckt worden sind.
Das Tageslicht spielt für die Sexual-Hormonausschüttung eine sehr große Rolle. Wenn die Tage kürzer und dunkler werden, setzen die Zyklen aus, und die Kätzin wird erst im nächsten Frühjahr wieder deckbereit.
Wohnungskatzen sind oft dauerrollig, da sie ja nicht dem Naturlicht ausgesetzt sind und die Tage so lang sind bis die Familie das Licht ausmacht.
Diese Dauerrolligkeit ist gesundheitsgefährdend, da sich daraus eine Gebärmutterentzündung entwickeln kann.
Abgesehen zerrt die Dauerrolligkeit nicht nur an den Nerven der Katze, die ständig mit Schreien versucht einen Kater anzulocken, sondern auch an Ihren Nerven.
Haben Sie keine Zuchtkatze und wünschen Sie keine Nachkommen, ist die Entscheidung zur Kastration für Ihre Katze nicht nur eine gesunde, sondern auch eine tierschützerische Entscheidung.
Unsere Tierheime sitzen voll mit Katzen, die ein Zuhause suchen, und es ist in einer solchen Situation nicht verständlich noch weitere Nachkommen zu produzieren, sind sie auch noch so süß.
So schätzt man , dass z.B. allein in Berlin zwischen 40.000 – 100.000 verwilderte Katzen in alten Fabriken, Campingplätzen, Friedhöfen ein äußerst dürftiges Dasein fristen.
Kastration ist aktiver Tierschutz!
Die Kastration ist die schonendste und sicherste Methode zur Verhinderung der Trächtigkeit, steht auch weit vor der Gabe der
„Antibabypille“.
Kastrierte Katzen werden im Vergleich zu ihren unkastrierten Artgenossinnen doppelt so alt, sie bleiben in der Nähe des Hauses und sind somit viel weniger Gefahren (Autounfall, Beißereien mit revierfremden Katzen, Abschießen durch Jäger) ausgesetzt.
Kastrierte Kätzinnen streunen nicht mehr weit weg und kehren auch immer wieder abends nach Hause zurück
Die Kätzinnen markieren ihr Revier nicht mehr, d.h., auch ihre Möbel bleiben vor unangenehmen Urinspritzen und Kratzern geschont.
Kastrierte Katzen sind sozialverträglicher, ohne Probleme kann ein weiteres Tier in die Familie aufgenommen werden. Außerdem sind sie viel verschmuster und anhänglicher, wer wünscht sich das nicht?

Wann sollte meine Katze kastriert werden?

Unsere kleinen Lieblinge sollten vor der ersten Rolligkeit im Alter von 5 (4) – 7 Monaten kastriert werden, damit sich insbesondere bei Freigängerinnen kein unerwünschter Nachwuchs einstellt.

Was muss ich für die Operation beachten?

Ihr Kätzchen muss nüchtern bleiben. Es erhält nach 18.00 Uhr nichts mehr zu fressen, trinken darf die kleine Dame selbstverständlich.
Am frühen Morgen geben Sie Ihren Liebling bei uns in der Praxis ab.
Hier wird sie dann am morgens operiert und bleibt bei uns auf der Station bis sie wieder munter ist. Sie schläft sich auf einer gemütlichen Wärmedecke aus und wird selbstverständlich von uns überwacht. Am Nachmittag können Sie Ihr Kätzchen dann wieder mit nach Hause nehmen.

Was passiert eigentlich bei der Kastration?

Tätowierung

Bei der Kätzin werden bei der Kastration die beiden Eierstöcke entfernt. Dazu muss der Unterbauch freirasiert werden, und anschließend wird das Operationsfeld desinfiziert.
Nun wird unterhalb des Nabels mit dem Skapell ein kleiner Schnitt gesetzt und mit einen kleinen gebogenen Haken (Uterushaken) werden die Eierstöcke aus dem Bauch vorgelagert. Diese werden dann mit feinen resorbierbaren (der Faden löst sich mit der Zeit auf) Nahtmaterial abgebunden und dann abgetrennt. Dann wird der Bauch wieder geschlossen, zunächst wird die Muskelschicht des Bauches mit resorbierbaren Faden verschlossen und mit einer weiteren Naht dann die Haut.
Dieser Hautfaden wird nach 10 Tagen wieder gezogen.
Sollte Ihr Kätzchen an der Naht herumknabbern, bekommt es von uns einen kleinen Bauchanzug an.
Noch in Narkose wird Ihr Schatz tätowiert.

 

Und nach der Operation?

Katzen verkraften die Operation völlig problemlos, am nächsten Tag sind sie schon wieder putzmunter.
Zu Hause stellen Sie dem kleinen Patienten Wasser hin, auch wenn es Ihnen schwerfällt: am Operationstag darf die Kleine nicht fressen. Es könnte sonst passieren, dass sie sich erbrechen muss und dann könnte über das Bauchpressen etwas mit der Naht passieren.
Am nächsten Tag kommen Sie nochmals zu uns in die Praxis, hier schauen wir uns nochmals Ihr Kätzchen genau an, ob es alles gut überstanden hat.
Dann sehen wir uns erst 10 Tage später zum Fädenziehen wieder.

Siehe auch: Fall des Monats 2006-10